Eiskalt
Bei den eisigen Temperaturen draußen möchten wohl die meisten von uns lieber zuhause in der warmen Stube bleiben. Ich soll doch meinen inneren Schweinehund ganz schnell mal überrumpeln, hat heute morgen ein Freund zu mir gesagt. Motivation genug, um mich mit der Kamera auf den Weg zu machen und eine Zeit lang zu verweilen bei den zauberhaften Motiven, die die Natur über Nacht gezaubert hat.
Verweilen – auch wenn es „eiskalt“ ist. Viele Gedanken kommen mir. Eiskalt können ja nicht nur Temperaturen sein. Auch von manchen Menschen sagt man, sie seien eiskalt. Oder Situationen, aus denen wir am liebsten fliehen möchten, aber keinen Ausweg sehen.
Dann trotzdem zu bleiben und auszuhalten, sich nicht zu wehren gegen die Kälte, kann plötzlich neue Perspektiven aufzeigen.
So ging es mir bei dem Bild. Bei längerem Hinsehen entdeckte ich das Herz. Das Braun, das eine angenehme Wärme ausstrahlt und die klirrende Kälte erträglicher macht.
Und die Knospen unter dem Herzblatt, die bereits auf den Frühling und neues Leben warten. Es wird noch eine Weile dauern. Die Pflanze muss das Blatt loslassen, so ist der Kreislauf von Vergehen und neuem Werden.
Die Natur lädt ein zum Verweilen, Hinschauen und zur Geduld. Alles hat eben seine Zeit.